äußerung des bedauerns eines eigenen fehlers

2. Juli 2009

die duzianer sagen,
die menschen seien sehr empfindliche wesen.
samt und sonders.
und sie hätten emotional das gedächtnis eines elefanten.
deshalb müsse mit verletzungen, die wir anderen zufügen
sehr behutsam umgegangen werden.
anderenfalls drohe der tiefe, persönliche zugang zu anderen
für immer verschüttet zu werden.
es brauche unsere besondere achtsamkeit,
wenn die wunde des anderen heilen soll;
zeit allein reicht da nicht.

dabei müsse bei einer verletzung nicht unbedingt blut fließen,
es reiche dem anderen unbeabsichtigt auf den fuß zu treten
um kleine kanäle der kommunikation zu verschütten.

ein übergroßes ego,
dass zerbrechlich ist, weil überdimensionier,
weil nicht von substanz gefüllt,
stehe einer entschuldigung am häufigsten im wege.
auch die mangelnde fähigkeit sich selber kritisch zu sehen.
und die eigene fehlerhaftigkeit zu akzeptieren.

wenn man duzianern begegnet, hat man oft den eindruck,
es mit besonders höflichen menschen zu tun zu haben.
aber es geht tiefer, es ist nicht eigentlich höflichkeit.
die duzianer haben eine eigene kultur der entschuldigung entwickelt.
die dinge sind nicht formal geregelt
eher haben sich variable verhaltensmuster herausgebildet.

unterstützt wird diese kultur durch ihre einstellung,
dass erst die fähigkeit sich zu entschuldigen
und andererseits zu vergeben
den menschen zum menschen macht.
der prozess des entschuldigens und des verzeihens
akzeptiere demütig die fehlerhaftigkeit des menschseins
und korrigiert dadurch den fehler in gewisser weise.

“entschuldigungen sind balsam für die geschundenen seelen.”
meinen die duzianer,
es sei deshalb sehr wichtig
die eigene wahrnehmung auszudrücken,
dass man den anderen verletzt hat,
und dass es einem leid tut.

bei schwerwiegenderen verletzungen
schreiben sie kleine briefe, die sie
“äußerung des bedauerns eines eigenen fehlers .” nennen.
auch das wissen, dass der andere nicht unschuldig ist an der situation
hält die duzianer nicht ab, die eigene schuld einzugestehen.
es schriftlich zu machen, hilft sich selber klare darüber zu werden
was passiert ist und was der eigen anteil daran war.
so trage man sorge für weniger fehler in der zukunft.

wenn die selbstreflexion intellektuell sauber gemacht würde
führe das zur persönlichen entlastung;
und das übriges relativ unabhängig davon,
ob einem die gegenseite verzeiht oder nicht.
sich zu entschuldigen sei ein persönlicher,
geistig-emotionaler reinigungsprozess,
sei auch psychohygiene.

 

……………………………………

extras:

———————-

Entschuldigung
aus wiktionary

Bedeutungen:

[1] Äußerung des Bedauerns eines eigenen Fehlers
[2] (geäußerte) Ursache für einen Fehler, den man begangen hat

Beispiele:

[1] Sie hat meine Entschuldigung akzeptiert.
[2] Für dieses Verhalten gibt es keine Entschuldigung!

eine stichhaltige, triftige, fadenscheinige, leicht durchschaubare, unglaubhafte Entschuldigung

—————————————–

Entschuldigung
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Eine Entschuldigung ist im Wortsinne eine Ent-Schuld-igung, eine Form von Vergebung. Mit der Bitte um Entschuldigung gesteht jemand ein, dass eine Tat von ihm eine moralische Verfehlung war. Im allgemeinen Sprachgebrauch ist eine Entschuldigung allerdings eben diese Bitte. Der Geschädigte der Tat kann die Entschuldigung annehmen oder ablehnen.

Durch diese Begriffsverschiebung hat es sich im Deutschen eingebürgert, “sich zu entschuldigen”. Im Wortsinne einer Freistellung von Schuld war dieser Sprachgebrauch in früheren Zeiten Unsinn: Man konnte sich nicht selbst von Schuld befreien. Sinnvoller wäre es beispielsweise, statt “sich zu entschuldigen” um “Entschuldigung oder Vergebung zu bitten”. Zu sagen: “Ich entschuldige mich dafür (oder für den Fehler)” war daher falsch, da nur der Geschädigte einen von dessen Schuld insoweit befreien kann, als er diese nicht weiter nachträgt. Das Englische etwa unterscheidet streng zwischen “to apologize” und “to excuse”.

———————————————–
am telefon nicht: “ich bin falsch verbunden worden.”
sondern “entschuldigung, ich habe mich verwählt.”

die gaben des heiligen geistes

11. Juni 2009

“Tut Buße und jeder von euch
lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi
zur Vergebung eurer Sünden,
so werdet ihr empfangen die Gabe des Heiligen Geistes.”
Petrus, Apg 2 ( V.3847)

falsch, sagen die duzianer.
der heilige geist stecke in jedem.
dazu müsse man nicht getauft sein.
die taufe sei nur ein ritual zur betonung dessen
was jeder wissen sollte:
der heilige geist wohnt in ihm.

“dieses wissen ist eine aufforderung” sagen sie,
“so göttlich zu sein, wie es mir als mensch möglich ist.
eine aufforderung, die gaben des heiligen geistes zu nutzen.”

dieser gedanke gebe ihnen kraft und zuversicht
deshalb müsse er richtig sein.
und da wundert es nicht mehr,
dass sich duzianer durchaus mit einem
“der heilige geist möge dich erleuchten.”
von einander verabschieden.

stolz ein deutscher zu sein?

30. Mai 2009

“stolz ist ein verführerisch schönes gefühl.”
sagen die duzianer. “ein süßes gift.”
deshalb sei stolz ein gefühl,
dass nicht über den moment hinaus entwickelt sein will,
weil man sonst zu erfolgssicher, selbstsicher, anmaßend,
arrogant, aufgeblasen, dünkelhaft, eingebildet, herablassend,
hochmütig, hochnäsig, selbstgefällig,
wichtigtuerisch und überheblich wird.

stolz sei ein schwieriges wort in deutschland;
missbraucht und diskreditiert vom naziregime.

und doch habe der stolz eine klare funktion und bedeutung
in der persönlichen psychodynamik:
wenn man im moment der vollendung
stolz ist auf das, was man gemacht hat.
das gefühl des stolzes sei dann eine art belohnung
die zur wiederholung anregt.
auch mache der stolz persönliche stärken deutlich.

das gefühl des stolzes stelle sich unwillkürlich ein
und ebbe dann wieder ab.
jeder versuch den stolz zu konservieren
führe zur dünkelhaftigkeit.
jeder versuch es in andere, soziale bereiche hinein zutragen
führe zu überheblichkeit der betroffenen gruppe.

wenn du einen duzianer fragst:
“bist du stolz ein deutscher zu sein?”
wird er dir antworten:
“ich bin ein dankbarer deutscher.
ich bin dankbar, ein deutscher zu sein.”
der gedanke der dankbarkeit erscheine ihnen angemessener,
wenn man das würdigen will,
was die zugehörigkeit zu deutschland emotional bedeutet.
dankbarkeit sei wie der stolz ein schönes gefühl,
habe aber nicht die negativen nebenwirkungen.

“es ist meine dankbarkeit gegenüber
dem schöpfer und dem universum,”
sagt er noch, “gegenüber der kraft,
die mir in meiner menschlichen existenz
einen deutschen pass gegeben hat
und die möglichkeit in der gemeinschaft der deutschen
zu wirken und zu sein.”

die ästhetik des langen blinkens beim abbiegen

16. Mai 2009

die duzianer sind in gewisser weise ja kommunikationsfanatiker,
und so ist das abbiegen mit einem wagen in eine andere strasse,
oder z.b. die abfahrt von einer autobahn
nicht einfach ein verkehrstechnischer vorgang,
wie ich jetzt bei einem gespräch feststellen konnte,
das ich nicht umhin kam mitzuhören.

die duzianer kennen “den frühst möglichen punkt”
an dem man einen blinker setzen kann;
und ab dem punkt blinken sie.
natürlich könne man den blinker auch zu früh setzen
und damit mehr durcheinander als klarheit schaffen.
aber z.b. 500 m vor einer autobahnabfahrt,
wenn man an dem entsprechenden schild vorbeifährt,
und dann bereits den blinker setzt,
dann ist das eindeutig.
und je früher ich die anderen teilnehmer des verkehrsgeschehens
über meine absichten in kenntnis setze
umso sicherer fahre ich.

dieses klare kommunikative verhalten
habe auch einen ästhetischen aspekt,
höre ich sie sagen.
das richtige und das schöne verbinde sich.

so erfreuen sich die duzianer z.b.,
wenn sie im letzten abendlicht eine geschlossene reihe
von früh- und langblinkern die autobahn verlassen sehen,
wenn sie ihre blinker wie ein spiel an langer schnur
aufleuchten und verlöschen. und wieder aufleuchten …
“das hat was.” meint sie und steht auf,
und ihn höre ich noch im weggehen sagen:
“das ganze ist mal wieder mehr als die summe seiner teile.”

fall nicht die treppe herunter

11. Mai 2009

duzianer nehmen die bilder sehr ernst,
die wir im alltag durch sprache bilden.
sie glauben, dass sie als unbewusste handlungsmuster
das verhalten beeinflussen;
sie stimmen sigmund freud zu, der mal gesagt hat:
“denken ist probehandeln.”

eine kind zu ermahnen: “fall nicht die treppe herunter!”
sei deshalb geradezu eine aufforderung zum herunterfallen
denn dieses kind muss,
damit es überhaupt verstehen kann, was von ihm erwartet wird,
sich vorstellen, die treppe herunter zu fallen,
und das sei oft schon die halbe miete für konkretes verhalten.
“gehe vorsichtig die treppe herunter.”,
sei angemessener, meinen sie.

und tatsächlich könne man beobachten,
dass eltern die ihren kindern ständig sagen,
was sie nicht tun sollen, nicht unbedingt kinder haben,
die sich entsprechend verhalten.
die kinder zeigen gerade das verhalten nicht,
das zwar gewünscht, aber nicht an- und ausgesprochen wird.
andererseits zeigen die kinder verstärkt das verhalten,
das zwar angesprochen wird aber nicht erwünscht ist.

nein, man dürfe sich nicht
von schlechten erfahrungen und ängsten leiten lassen,
sagen die duzianer
das, was man will, müsse positiv formuliert werden,
sonst führe es nicht zum erfolg.
aber es sei aufmerksamkeit und selbstreflextion notwendig,
um die bilder im eigenen sprachgebrauch zu identifizieren,
die nicht geradeheraus das benennen, was gewünscht wird.

sich mit den eigenen sprachbildern auseinander zu setzen,
sei auch deshalb wichtig, weil es die innere klarheit fördere.
auch klarheit darüber, was man eigentlich will.

mir ist eine liste in die hände gefallen,
in der die duzianer beispiele für falsche und richtige sprachbilder
zusammen getragen haben.
ich zitiere aus der liste und muss sagen,
wenn man sich kurz die erste und dann
die zweite aussage vergegenwärtigt,
wird schon deutlicher, was die duzianer meinen.

“vergiß den brief nicht.
– nimm nachher den brief mit, er ist wichtig

verkühle dich nicht .
- sorg dafür, dass der körper ausreichend warm bleibt.

versau beim kochen nicht wieder die ganze küche.
- kannst du bitte mit der küche so umgehen,
dass sie auch später noch genutzt werden kann.

mach mit deinen dreckigen klamotten nicht die wand dreckig.
- kant du bitte abstand zur wand halten, damit sie sauber bleibt.

nicht dass du die steuererklärung wieder zu spät einreichst.
- dieses mal müssen wir die steuererklärung rechtzeitig ende mai abgeben.

dass du mir keine beule in das auto fährst.
- bitte fahre mit der gebotenen umsicht und vorsicht.

du schlabberst gleich mit dem kaffee.
- bitte halte deinen kaffeepott gerade.

vergiß nicht wieder das licht aus zu machen.
- mach zum schluss das licht aus.”

duzianer nehmen die bilder sehr ernst,

die wir im alltag durch sprache bilden.

sie glauben, dass sie als unbewusste handlungsmuster

das verhalten beeinflussen;

sie stimmen sigmund freud zu, der mal gesagt hat:

„denken ist probehandeln.“

eine kind zu ermahnen: „fall nicht die treppe herunter!“

sei deshalb geradezu eine aufforderung zum herunterfallen

denn dieses kind muss,

damit es überhaupt verstehen kann, was von ihm erwartet wird,

sich vorstellen, die treppe herunter zu fallen,

und das sei oft schon die halbe miete für konkretes verhalten.

„gehe vorsichtig die treppe herunter.“,

sei angemessener, meinen sie.

und tatsächlich könne man beobachten,

dass eltern die ihren kindern ständig sagen,

was sie nicht tun sollen, nicht unbedingt kinder haben,

die sich entsprechend verhalten.

die kinder zeigen gerade das verhalten nicht,

das zwar gewünscht, aber nicht an- und ausgesprochen wird.

andererseits zeigen die kinder verstärkt das verhalten,

das zwar angesprochen wird aber nicht erwünscht ist.

nein, man dürfe sich nicht

von schlechten erfahrungen und ängsten leiten lassen,

sagen die duzianer

das, was man will, müsse positiv formuliert werden,

sonst führe es nicht zum erfolg.

aber es sei aufmerksamkeit und selbstreflextion notwendig,

um die bilder im eigenen sprachgebrauch zu identifizieren,

die nicht geradeheraus das benennen, was gewünscht wird.

sich mit den eigenen sprachbildern auseinander zu setzen,

sei auch deshalb wichtig, weil es die innere klarheit fördere.

auch klarheit darüber, was man eigentlich will.

mir ist eine liste in die hände gefallen,

in der die duzianer beispiele für falsche und richtige sprachbilder

zusammen getragen haben.

ich zitiere aus der liste und muss sagen,

wenn man sich kurz die erste und dann

die zweite aussage vergegenwärtigt,

wird schon deutlicher, was die duzianer meinen.

„vergiß den brief nicht.

– nimm nachher den brief mit, er ist wichtig

verkühle dich nicht .

- sorg dafür, dass der körper ausreichend warm bleibt.

versau beim kochen nicht wieder die ganze küche.

- kannst du bitte mit der küche so umgehen,

dass sie auch später noch genutzt werden kann.

mach mit deinen schmutzigen klamotten nicht die wand dreckig.

- kant du bitte abstand zur wand halten, damit sie sauber bleibt.

nicht dass du die steuererklärung wieder zu spät einreichst.

- dieses mal müssen wir die steuererklärung rechtzeitig ende mai abgeben.

und dass du mir keine beule in das auto fährst.

- bitte fahre mit der gebotenen umsicht und vorsicht.

du schlabberst gleich mit dem kaffee.

- bitte halte deinen kaffeepott gerade.

vergiß nicht wieder das licht aus zu machen.

- mach zum schluss das licht aus.“

die dreiertürme der harmonie

18. April 2009

ob am strand, bei einem waldspaziergang oder an einer baustelle:
duzianer haben schnell mal drei, vier steine in der hand,
die sie übereinander stapeln
- spielend.
sie beträten durch das übereinander schichten der steine
für eine kurze zeit einen sinn- und zweckfreien raum,
in dem ein kleines alltagskunstwerk entsteht.

zwei steine würden leicht mal zufällig übereinander liegen
aber drei eigentlich nie. wo drei steine frei übereinander liegen,
da hätte ein mensch seine hand im spiel.

die anmut, die diesen kleinen skulpturen eigen ist,
so sagen die duzianer, diese anmut,
bezögen sie aus der harmonie des gleichgewichts,
das notwendig sei, damit die steine nicht umfallen.

und so legen sie jeden tag neu ihre sehr vergänglichen spuren
als symbol für harmonie, die von menschen geschaffen werden kann.
wegen der verletzlichkeit sind dieser kleinen gebilde ihnen aber auch
zugleich symbol der fragilität allen menschlichen tuns.

duzonen-soziologen weisen darauf hin,
dass die dreiertürme immer auch ein künstlerischer ausdruck seien.
somit würde damit das künstlerische allgemein angeregt.
auf einfachstem niveau sozusagen.

bei den duzianern liegt der bettbezug verkehrt rum

7. April 2009

wenn man bei duzianern übernachtet, wird man einen kleinen,
-vielleicht als unachtsamkeit oder nachlässigkeit missverstandenen-
unterschied des bettenherrichtens feststellen.

das oberbett wird immer so hergelegt,
dass die knöpfe des bettüberzugs am fußende nach oben zeigen.
und das kopfkissen legen sie so,
dass die knopfreihe zwar nach unten zeigt
aber am bettende positioniert wird
und zwar auch dann, wenn eventuell ein
motiv auf dem kopfkissenbezug zu sehn ist,
dass dann “verkehrt rum” liegt.
funktion gehe vor design, sagen die duzianer.
weder wolle man an den füßen die knöpfe spüren
noch in der nacht mit ihnen in dem bezug hängenbleiben.
auch beim kopfkissen vermeide man so eher
mit der knopfleiste in berührung zu kommen.
das fördere einen ruhigeren schlaf.

wie die duzianer einschlafen

31. März 2009

wie ich jetzt hörte, haben die duzianer eine vorliebe entwickelt.
um den übergang zum schlaf angenehm zu gestallten,
sie liegen im bett und betrachten das schwarze vor den augen.
sie sehen sich an, was man sieht, wenn man “nichts” mehr sieht;
wenn also die augen geschlossen sind.
sie schauen sich das schwarze an, so wie es sich
mit seinen verschiedenen schattierungen
und kleinen lichtsensationen jeweils darstellt.

“du schließt die augen und du nimmst dir vor,
nichts anderes wahrzunehmen als das schwarze”
erklärt ein duzianer,
“du nimmst dir vor, keine gedanken, keine bilder zuzulassen.
so weit zum vorsatz.
wenn du das dann versuchst, wirst du feststellen,
dass du das nur relativ kurze zeit durchhältst.
und dann sind sie da, die unerwarteten bilder.”

“wenn wir wahrnehmen,
dass die aufmerksamkeit abgeschweift ist
und sich ein bild in unser bewusstsein geschoben hat,
dann schauen wir uns das bild kurz bewusst an,
um dann zum schwarzen vor den augen zurück zu kehren.
das ganze braucht ein wenig übung,
aber dann ist es sehr schön zum einschlafen,
wenn da so ein bild nach dem anderen hochplöppt.”

diese mentale übung wirke bei vielen beruhigend und entspannend
und das wundern über die bilder,
die oft nie gesehenes zeigen,
ließen die duzianer staunen.
und staunend, was da so alles in ihnen steckt,
würden sie, mit einem lächeln auf den lippen,
in das reich der träume wechseln.

durch grüßen im vorbeigehen die kriminalstatistik beeinflussen

21. März 2009

in ihrem wohngebiet grüßen die duzianer grundsätzlich jeden,
den sie auf der strasse treffen.
wohnen sie in einem hochhaus begrüßen sie zumindest alle,
denen sie im haus begegnen oder die sich am haus aufhalten.
Sie versuchen kurzen blickkontakt aufzunehmen
aber selbst wenn das nicht gelingt,
sagen sie im vorübergehen zumindest
ein ruhiges, klares, freundliches “guten tag.”
sie begrüßen alle: jüngere, ältere und auch fremde.
auch die, mir denen sie streit haben,
auch die, die nicht zurückgrüßen.
“manchmal dauert es mehrere jahre, bevor man zurück gegrüßt wird.
man muss da erwartungslos dran gehen.” sagte mir eine duzianerin.

als ich sie befragte, warum die duzianer das machen
antwortet sie: “das hat viele gründe.”
es fördere die innere souveränität und
es gebe ihnen das gute gefühl, hier bin ich zu hause.
hier gehöre ich hin und da grüße ich natürlich alle menschen
wenn ich sie am jeweiligen tag zum ersten mal sehe.
es trüge zu ihrem wohlbefinden bei.

die begrüßung als kurzes zeichen
der anerkennung, achtung und wahrnehmung des anderen,
verbessere das soziale klima.
und nebenbei: da jeder wisse, dass er wahrgenommen wird,
wirke sich das auch positiv auf die kriminalstatistik aus,
sagen die duzianer.

der letzte ruf als endpunkt der persönlichen präsents

18. März 2009

um die kommunikation klar zu halten,
müsse auch das jeweilige ende deutlich markiert werden,
meinen die duzianer.
“tschüß!”, als einen lauten ruf ins haus oder in die wohnung:
ist das mindeste, was man erwarten darf,
wenn ein duzianer sein zu hause verlässt.

aber auch anderswo und
unabhängig von den üblichen abschiedsritualen
wird vom duzianer an der ausgangstür
noch ein (z.b.) “ich bin dann weg!” zu hören sein,
bevor er die türe hinter sich zu zieht.
das ist dann auch noch im wohnzimmer zu hören,
vielleicht nicht mehr zu verstehen,
aber doch noch ein klares signal:
der ist jetzt weg.