jeder satz ein witz – die ha-ha-kultur

“ha-ha!”,
trocken kurz und eher ohne emotionale beteiligung gesprochen,
ist ein neues sprachkürzel,
mit dem die duzianer einen trend brechen wollen.

albernheit sei notwendiger ausgleich;
mache frisch für neues, sagen die duzianer.
und den humor solle man schon deshalb nie verlieren,
weil er hilft abstand zum geschehen zu wahren;
sozusagen: um den überblick nicht zu verlieren.
aber man könne es auch übertreiben.

flaue witze, die zu viele werden
und solche, die auf kosten anderer gehen,
werden von den duzianern umgehend und sofort
mit einem “ha-ha!” abgestraft.

“die fähigkeit ein wirklich gutes, persönliches gespräch zu führen,”
so die diagnose der duzianer,
“nimmt -sozial gesehen- seit jahren immer weiter ab.
stattdessen verbreitet sich eine ha-ha-kultur,
wo jeder satz ein witz, jede bemerkung lustig ist.
aber humor allein führt nicht zum ziel.”

“humor ist das eingangstor, das durchschritten werden will
auf dem weg zum anderen.
und wenn im laufe eines (auch eines kurzen) dialogs
nicht auch eine tiefere gesprächsebene berührt wird,
werden chancen vertan, substanz geht verloren.”

in zusammenhang mit dieser problematik
diskutieren die duzianer zurzeit folgende fragen:
1. werden wir von den neueren comedyformaten angeregt
nach dem motto, das können wir auch selber?
2. ist dieser trend ein deutscher versuch
nachgesagte humorlosigkeit zu überwinden?
3. könnte es dem entsprechend im günstigen fall
nur ein zwischenschritt sein
auf dem weg zu einer humorvolleren gesellschaft?
4. wie kann dieser prozess begleitet werden?

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