wer oder was ist oder macht krank?

jup hagenbruch hat jetzt gesagt.
“wenn ich es richtig verstanden habe,
gab es deshalb eine solche überdimensionale reaktion
auf den freitod des tormanns robert enke,
weil er ein so guter, sozialer und netter mensch gewesen ist.
sein bewußtseinszustand wird in der öffentlichen diskussion
als krank beschrieben,
“depression mit schwerer persönlichkeitsstörung,
genetisch bedingt”.

ich habe einmal gelernt, das die etikettierung psychisch kranker
den betroffenen nicht hilft sondern schadet.
wohl aber hilft sie denen weiter, die diese etiketten verwenden.
(depression, schizophrenie, hysterie, angstneurose)
denn wenn es eine krankheit ist
bin ich nicht weiter daran beteiligt.
so wird der gedanke beiseite geschoben,
dass unser verhalten ihn krank gemacht haben könnte,
und vielleicht nicht er sondern wir die kranken sind.

Was,
wenn nicht der selbstmord eines bekannten,
gar eines freundes
soll anlass sein,
das eigene verhalten zu reflektieren?

und wenn diese reflexion aus einer haltung der akzeptanz
gegenüber der eigenen fehlerhaftigkeit geschieht
und in dem tiefen wissen,
dass wir auch dann noch schuldig werden,
wenn wir in guter absicht handeln,
dann kann auf einem solchen resonanzboden
die reflexion höchst erfreuliche resultate zeitigen.”

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