kein klatschen bei beerdigungen.

“jemand hätte es den menschen im stadium sagen sollen,
aber keiner hat etwas gesagt.” monieren sich der rat der duzianer.
“beerdigungen und trauerveranstaltungen sind
psychohygienisch gesehen höchst sinnvolle veranstaltungen,
aber sie müssen richtig gemacht werden.

trauerfeiern sind der ort und die zeit
in sich zu gehen.
sein ganz persönliches verhältnis zum verstorbenen
zu klären und die trauer des verlustes zu erleben.
abschied zu nehmen.

und wenn andere, die an der zeremonie beteiligt sind,
dinge sagen und tun,
die man anderenorts beklatscht hätte,
so bleibt man hier still bei sich,
um die eigene wahrheit zu suchen.

und diese wahrheit findet man nicht,
wenn man seine energie mit dem applaus
in richtung eines anderen sendet.
das stört die auseinandersetzung mit dem tot und dem toten.

nein, es geht nicht darum,
der eigenen meinung öffentlich ausdruck zu verleihen
sondern es geht darum,
was die zeremonie in einem persönlich auslöst.
dort muss die aufmerksamkeit sein und bleiben,
wenn der prozess des abschied nehmens gelingen soll.

und kein zweifel: ohne applaus würde auch
eine große medien-beerdigung besser werden:
mit mehr würde und mit mehr gedenken;
und mit einer positiven psychohygiene-bilanz.
nur irgendjemand müsste es den menschen im stadion sagen.”
sagen die duzianer.

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