stolz ein deutscher zu sein?

“stolz ist ein verführerisch schönes gefühl.”
sagen die duzianer. “ein süßes gift.”
deshalb sei stolz ein gefühl,
dass nicht über den moment hinaus entwickelt sein will,
weil man sonst zu erfolgssicher, selbstsicher, anmaßend,
arrogant, aufgeblasen, dünkelhaft, eingebildet, herablassend,
hochmütig, hochnäsig, selbstgefällig,
wichtigtuerisch und überheblich wird.

stolz sei ein schwieriges wort in deutschland;
missbraucht und diskreditiert vom naziregime.

und doch habe der stolz eine klare funktion und bedeutung
in der persönlichen psychodynamik:
wenn man im moment der vollendung
stolz ist auf das, was man gemacht hat.
das gefühl des stolzes sei dann eine art belohnung
die zur wiederholung anregt.
auch mache der stolz persönliche stärken deutlich.

das gefühl des stolzes stelle sich unwillkürlich ein
und ebbe dann wieder ab.
jeder versuch den stolz zu konservieren
führe zur dünkelhaftigkeit.
jeder versuch es in andere, soziale bereiche hinein zutragen
führe zu überheblichkeit der betroffenen gruppe.

wenn du einen duzianer fragst:
“bist du stolz ein deutscher zu sein?”
wird er dir antworten:
“ich bin ein dankbarer deutscher.
ich bin dankbar, ein deutscher zu sein.”
der gedanke der dankbarkeit erscheine ihnen angemessener,
wenn man das würdigen will,
was die zugehörigkeit zu deutschland emotional bedeutet.
dankbarkeit sei wie der stolz ein schönes gefühl,
habe aber nicht die negativen nebenwirkungen.

“es ist meine dankbarkeit gegenüber
dem schöpfer und dem universum,”
sagt er noch, “gegenüber der kraft,
die mir in meiner menschlichen existenz
einen deutschen pass gegeben hat
und die möglichkeit in der gemeinschaft der deutschen
zu wirken und zu sein.”

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