fall nicht die treppe herunter

duzianer nehmen die bilder sehr ernst,
die wir im alltag durch sprache bilden.
sie glauben, dass sie als unbewusste handlungsmuster
das verhalten beeinflussen;
sie stimmen sigmund freud zu, der mal gesagt hat:
“denken ist probehandeln.”

eine kind zu ermahnen: “fall nicht die treppe herunter!”
sei deshalb geradezu eine aufforderung zum herunterfallen
denn dieses kind muss,
damit es überhaupt verstehen kann, was von ihm erwartet wird,
sich vorstellen, die treppe herunter zu fallen,
und das sei oft schon die halbe miete für konkretes verhalten.
“gehe vorsichtig die treppe herunter.”,
sei angemessener, meinen sie.

und tatsächlich könne man beobachten,
dass eltern die ihren kindern ständig sagen,
was sie nicht tun sollen, nicht unbedingt kinder haben,
die sich entsprechend verhalten.
die kinder zeigen gerade das verhalten nicht,
das zwar gewünscht, aber nicht an- und ausgesprochen wird.
andererseits zeigen die kinder verstärkt das verhalten,
das zwar angesprochen wird aber nicht erwünscht ist.

nein, man dürfe sich nicht
von schlechten erfahrungen und ängsten leiten lassen,
sagen die duzianer
das, was man will, müsse positiv formuliert werden,
sonst führe es nicht zum erfolg.
aber es sei aufmerksamkeit und selbstreflextion notwendig,
um die bilder im eigenen sprachgebrauch zu identifizieren,
die nicht geradeheraus das benennen, was gewünscht wird.

sich mit den eigenen sprachbildern auseinander zu setzen,
sei auch deshalb wichtig, weil es die innere klarheit fördere.
auch klarheit darüber, was man eigentlich will.

mir ist eine liste in die hände gefallen,
in der die duzianer beispiele für falsche und richtige sprachbilder
zusammen getragen haben.
ich zitiere aus der liste und muss sagen,
wenn man sich kurz die erste und dann
die zweite aussage vergegenwärtigt,
wird schon deutlicher, was die duzianer meinen.

“vergiß den brief nicht.
– nimm nachher den brief mit, er ist wichtig

verkühle dich nicht .
- sorg dafür, dass der körper ausreichend warm bleibt.

versau beim kochen nicht wieder die ganze küche.
- kannst du bitte mit der küche so umgehen,
dass sie auch später noch genutzt werden kann.

mach mit deinen dreckigen klamotten nicht die wand dreckig.
- kant du bitte abstand zur wand halten, damit sie sauber bleibt.

nicht dass du die steuererklärung wieder zu spät einreichst.
- dieses mal müssen wir die steuererklärung rechtzeitig ende mai abgeben.

dass du mir keine beule in das auto fährst.
- bitte fahre mit der gebotenen umsicht und vorsicht.

du schlabberst gleich mit dem kaffee.
- bitte halte deinen kaffeepott gerade.

vergiß nicht wieder das licht aus zu machen.
- mach zum schluss das licht aus.”

duzianer nehmen die bilder sehr ernst,

die wir im alltag durch sprache bilden.

sie glauben, dass sie als unbewusste handlungsmuster

das verhalten beeinflussen;

sie stimmen sigmund freud zu, der mal gesagt hat:

„denken ist probehandeln.“

eine kind zu ermahnen: „fall nicht die treppe herunter!“

sei deshalb geradezu eine aufforderung zum herunterfallen

denn dieses kind muss,

damit es überhaupt verstehen kann, was von ihm erwartet wird,

sich vorstellen, die treppe herunter zu fallen,

und das sei oft schon die halbe miete für konkretes verhalten.

„gehe vorsichtig die treppe herunter.“,

sei angemessener, meinen sie.

und tatsächlich könne man beobachten,

dass eltern die ihren kindern ständig sagen,

was sie nicht tun sollen, nicht unbedingt kinder haben,

die sich entsprechend verhalten.

die kinder zeigen gerade das verhalten nicht,

das zwar gewünscht, aber nicht an- und ausgesprochen wird.

andererseits zeigen die kinder verstärkt das verhalten,

das zwar angesprochen wird aber nicht erwünscht ist.

nein, man dürfe sich nicht

von schlechten erfahrungen und ängsten leiten lassen,

sagen die duzianer

das, was man will, müsse positiv formuliert werden,

sonst führe es nicht zum erfolg.

aber es sei aufmerksamkeit und selbstreflextion notwendig,

um die bilder im eigenen sprachgebrauch zu identifizieren,

die nicht geradeheraus das benennen, was gewünscht wird.

sich mit den eigenen sprachbildern auseinander zu setzen,

sei auch deshalb wichtig, weil es die innere klarheit fördere.

auch klarheit darüber, was man eigentlich will.

mir ist eine liste in die hände gefallen,

in der die duzianer beispiele für falsche und richtige sprachbilder

zusammen getragen haben.

ich zitiere aus der liste und muss sagen,

wenn man sich kurz die erste und dann

die zweite aussage vergegenwärtigt,

wird schon deutlicher, was die duzianer meinen.

„vergiß den brief nicht.

– nimm nachher den brief mit, er ist wichtig

verkühle dich nicht .

- sorg dafür, dass der körper ausreichend warm bleibt.

versau beim kochen nicht wieder die ganze küche.

- kannst du bitte mit der küche so umgehen,

dass sie auch später noch genutzt werden kann.

mach mit deinen schmutzigen klamotten nicht die wand dreckig.

- kant du bitte abstand zur wand halten, damit sie sauber bleibt.

nicht dass du die steuererklärung wieder zu spät einreichst.

- dieses mal müssen wir die steuererklärung rechtzeitig ende mai abgeben.

und dass du mir keine beule in das auto fährst.

- bitte fahre mit der gebotenen umsicht und vorsicht.

du schlabberst gleich mit dem kaffee.

- bitte halte deinen kaffeepott gerade.

vergiß nicht wieder das licht aus zu machen.

- mach zum schluss das licht aus.“

Eine Reaktion zu “fall nicht die treppe herunter”

  1. system guru

    Lustig, ich hätte garnicht gedacht das das *wirklich* so funktioniert. Komische Welt.

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