warum die duzianer euros und keine chips für den einkaufswagen benutzen

die duzianer weisen jetzt daraufhin,
dass es in den letzten jahren einen wandel
im gebrauch des einkaufswagens gegeben hat.
es gäbe eine neue einkaufswagenkultur,
die unnötig anonymisiert und disziplinierend wirkt.

während man vorher an den sammelstellen für die einkaufswagen
sich ohne weiteres einen wagen für den einkauf wegnehmen konnte,
braucht man dazu heute fast überall ein ein-euro-stück oder einen chip.

“das hat viel verändert.” sagen die duzianer.
“Ja, es ist ein wenig ordentlicher geworden,
aber wir bezahlen es damit,
dass wieder ein kleines stückchen alltagsleben
strenger reglementiert ist, die zügel straffer gespannt wurden.”

bereits im auto müsse man sich vergewissern,
dass man über die utensilien verfügt,
die den gebrauch des einkaufswagens erst möglich machen.
dann hoffen, dass der mechanismus funktioniert,
der den wagen frei gibt.
auch das zurückbringen des wagens,
das letzte stück, wo der wagen ganz ran gefahren werden muss
damit man die mechanik in gang setzen kann,
die den euro zurück gibt,
braucht konzentration und oft den einsatz des ganzen körpers.

früher wurde oft ein einkaufswagen
von einem, der ihn nicht mehr brauchte,
an den nächsten weitergegeben, der einen brauchte.
da konnte man sich das letzte stück
und das lästige reinschieben und auslösen sparen.
dieser kleine basar der einkaufswagen:
“brauchen sie einen wagen?” “brauchen sie den wagen noch?”
ist fast ganz verschwunden.
das läge daran, sagen die duzianer, dass man das teil,
dass den einkaufswagen frei gibt, zum fetisch gemacht hat.
die meisten haben jetzt IHREN chip,
und genau den wollen sie zurück zum ihrem auto bringen.

geld zu tauschen sind wir gewohnt, chips zu tauschen eigentlich nicht.
ein unkompliziertes übergeben des wagens ist deshalb nur möglich,
wenn man einen euro benutzt.
“hast du einen euro drin?” fragen die duzianer einen heute,
wenn man gerade dabei ist, den wagen zurück zu bringen.
und wenn man nickt, bekommt man einen euro in die hand gedrückt,
und den einkaufswagen muss man auch nicht mehr wegbringen.

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