hausmusik: It’s All Over Now, Baby Blue

2. Januar 2012

http://www.youtube.com/watch?v=LXvSHzjLJ-w&list=PLEDFEC3D49208C0ED&index=1&feature=plpp_video

hausmusik

19. April 2011

The Gospel Train
http://www.youtube.com/watch?v=RblIDAf7qjg
bring it on home to me
http://www.youtube.com/watch?v=82t5GOcPLsY&feature=related

die nebenwirkungen der allgegenwart des telefons.

26. Oktober 2010

die duzianer verweisen jetzt auf tiefgreifende veränderungen
unseres kommunikations-verhaltens hin.
hervorgerufen seien sie maßgeblich
durch die seit einer generation allgegenwart des telefons.
diese veränderung habe sich im letzten jahrzehnt
weiter verstärkt und jetzt verfestigt.

geschichtlich gesehen sei es ein reflex,
den wir uns angewöhnt haben;
in den anfängen des telefons.
damals sei der schrille klingelton bedeutend gewesen.
er läutete ein neues zeitalter der kommunikation ein.
damals war es richtig sich anzugewöhnen,
alle anderen gespräche im raum zu unterbrechen,
um das Telefon zu beantworten.

wenn das telefon schellt,
so sei seither allgemeiner konsens,
unterbricht man ein klassisches, herkömmliches gespräch.
eingehende telefonate haben vorrang.

auch wenn dieses verhalten sozial akzeptiert ist,
so ist es aber doch -psychodynamisch gesehen-
eine persönliche kränkung des direkten gesprächspartners.
es sei eine sich wiederholende abwertung
der aktuellen gesprächssituation,
denn offenbar ist jedes gespräch,
das von außen kommt wichtiger.
es wird vorrangig behandelt.

dabei tue man so,
als könne man gespräche beliebig unterbrechen
und wieder aufnehmen.
das trifft aber nur für gespräche zu,
die sachlich und emotional flach verlaufen.

gespräche, die sich ergeben müssen,
die emotionale sicherheit bräuchten,
vertrügen eine abrupte unterbrechung nicht;
solche gespräche würden deshalb kaum noch geführt.

in der folge sei dadurch
das ökosystem des wirklich privaten quasi kollabiert
und nur noch in nischen zu finden.
viele menschen wüssten nicht einmal mehr,
was ein tiefes gespräch ist.
eine allgemeine, flachere kommunikation habe sich,
als geräuschkulisse über das ganze land gelegt.

tiefergehende eingriffe in die psyche des einzelnen,
deformierungen durch lebens-ereignisse
werden viel seltener angemessen im vertrauten kreis
mit emotionaler tiefe besprochen.
und weil nicht vom freundes- und familienkreis “behandelt”.
bleiben die deformationen,
sie bleiben, vertiefen sich und treten sozial in erscheinung:
als steigende anzahl psychisch kranker menschen.

die duzianer geben keine konkreten verhaltensanweisungen.
meinen aber, dass wir mehr telefongeschützten raum bräuchten.
so würde z.b. viel zu selten von der möglichkeit gebrauch gemacht,
den anrufbeantworter auch bei anwesenheit zu nutzen.

sich dieser kommunikationslage und kommunikationsreflexe
bewusster zu werden sei der erster schritt.
man möge den zuwachs an telfonbewußtheit wirken lassen.

im übrigen brauche man weitere zeit
für die einschätzung der neuen situation,
die so beschrieben wird:
“waren in der bisherigen evolution des menschen
physische präsenz notwendig,
um mit einem anderen menschen sprechen zu können,
so hat das telefon diese conditio-sine-qua-non
in luft aufgelöst. räumliche distanz spielt keine rolle mehr.
mit einführung des handys
wurde dieser prozess abgeschlossen.”

neuer computer

24. August 2010

test

Bild

das paradies

jeder satz ein witz – die ha-ha-kultur

12. Januar 2010

“ha-ha!”,
trocken kurz und eher ohne emotionale beteiligung gesprochen,
ist ein neues sprachkürzel,
mit dem die duzianer einen trend brechen wollen.

albernheit sei notwendiger ausgleich;
mache frisch für neues, sagen die duzianer.
und den humor solle man schon deshalb nie verlieren,
weil er hilft abstand zum geschehen zu wahren;
sozusagen: um den überblick nicht zu verlieren.
aber man könne es auch übertreiben.

flaue witze, die zu viele werden
und solche, die auf kosten anderer gehen,
werden von den duzianern umgehend und sofort
mit einem “ha-ha!” abgestraft.

“die fähigkeit ein wirklich gutes, persönliches gespräch zu führen,”
so die diagnose der duzianer,
“nimmt -sozial gesehen- seit jahren immer weiter ab.
stattdessen verbreitet sich eine ha-ha-kultur,
wo jeder satz ein witz, jede bemerkung lustig ist.
aber humor allein führt nicht zum ziel.”

“humor ist das eingangstor, das durchschritten werden will
auf dem weg zum anderen.
und wenn im laufe eines (auch eines kurzen) dialogs
nicht auch eine tiefere gesprächsebene berührt wird,
werden chancen vertan, substanz geht verloren.”

in zusammenhang mit dieser problematik
diskutieren die duzianer zurzeit folgende fragen:
1. werden wir von den neueren comedyformaten angeregt
nach dem motto, das können wir auch selber?
2. ist dieser trend ein deutscher versuch
nachgesagte humorlosigkeit zu überwinden?
3. könnte es dem entsprechend im günstigen fall
nur ein zwischenschritt sein
auf dem weg zu einer humorvolleren gesellschaft?
4. wie kann dieser prozess begleitet werden?

wer oder was ist oder macht krank?

10. Dezember 2009

jup hagenbruch hat jetzt gesagt.
“wenn ich es richtig verstanden habe,
gab es deshalb eine solche überdimensionale reaktion
auf den freitod des tormanns robert enke,
weil er ein so guter, sozialer und netter mensch gewesen ist.
sein bewußtseinszustand wird in der öffentlichen diskussion
als krank beschrieben,
“depression mit schwerer persönlichkeitsstörung,
genetisch bedingt”.

ich habe einmal gelernt, das die etikettierung psychisch kranker
den betroffenen nicht hilft sondern schadet.
wohl aber hilft sie denen weiter, die diese etiketten verwenden.
(depression, schizophrenie, hysterie, angstneurose)
denn wenn es eine krankheit ist
bin ich nicht weiter daran beteiligt.
so wird der gedanke beiseite geschoben,
dass unser verhalten ihn krank gemacht haben könnte,
und vielleicht nicht er sondern wir die kranken sind.

Was,
wenn nicht der selbstmord eines bekannten,
gar eines freundes
soll anlass sein,
das eigene verhalten zu reflektieren?

und wenn diese reflexion aus einer haltung der akzeptanz
gegenüber der eigenen fehlerhaftigkeit geschieht
und in dem tiefen wissen,
dass wir auch dann noch schuldig werden,
wenn wir in guter absicht handeln,
dann kann auf einem solchen resonanzboden
die reflexion höchst erfreuliche resultate zeitigen.”

kein klatschen bei beerdigungen.

23. November 2009

“jemand hätte es den menschen im stadium sagen sollen,
aber keiner hat etwas gesagt.” monieren sich der rat der duzianer.
“beerdigungen und trauerveranstaltungen sind
psychohygienisch gesehen höchst sinnvolle veranstaltungen,
aber sie müssen richtig gemacht werden.

trauerfeiern sind der ort und die zeit
in sich zu gehen.
sein ganz persönliches verhältnis zum verstorbenen
zu klären und die trauer des verlustes zu erleben.
abschied zu nehmen.

und wenn andere, die an der zeremonie beteiligt sind,
dinge sagen und tun,
die man anderenorts beklatscht hätte,
so bleibt man hier still bei sich,
um die eigene wahrheit zu suchen.

und diese wahrheit findet man nicht,
wenn man seine energie mit dem applaus
in richtung eines anderen sendet.
das stört die auseinandersetzung mit dem tot und dem toten.

nein, es geht nicht darum,
der eigenen meinung öffentlich ausdruck zu verleihen
sondern es geht darum,
was die zeremonie in einem persönlich auslöst.
dort muss die aufmerksamkeit sein und bleiben,
wenn der prozess des abschied nehmens gelingen soll.

und kein zweifel: ohne applaus würde auch
eine große medien-beerdigung besser werden:
mit mehr würde und mit mehr gedenken;
und mit einer positiven psychohygiene-bilanz.
nur irgendjemand müsste es den menschen im stadion sagen.”
sagen die duzianer.

die gezielt verrückte aktion

20. November 2009

“die zeiten auffälliger nebenwirkungen bei psychopharmaka sind vorbei.”
sagt prof. jup hagenbruch von den duzianer völlig unvermittelt
kurz bevor sich unsere wege trennen.
“das soma, aus Aldous Huxleys “schöne neue welt”, ist da.
es verhilft denen, die sich nicht mehr politisch und
gesellschaftlich korrekt verhalten können,
zu korrektem verhalten.

verrücktes verhalten im straßenbild sehe ich immer seltener,
eigentlich gar nicht mehr.
und wenn es die ausreißer nicht mehr gibt,
wird auch das verhalten allgemein enger.
alles wird immer gedämpfter, disziplinierter,
sozial und politisch korrekter, langweiliger.

da hilft nur die gezielt verrückte aktion,
wir z.b. der musikerstammtisch.

manchmal überlege ich, wie unser alltag aussehen würde,
wenn es plötzlich keine psychopharmaka mehr gäbe
und was das dann über unsere gesellschaft aussagen würde.

mit der massenhaften einnahme von psychopharmaka
bei gleichzeitig völlig unzureichender
aufarbeitung des psychodynamischen
geht der gesellschaft ein frühwarnsystem verloren
das gesellschaftliche fehlentwicklungen deutlich macht,
die zu individuellen psychischen deformationen führen.

der realität ist ein dorn gezogen worden,
der die notwendigkeit zur veränderung
und auch die richtung deutlich machen könnte.”

jup verabschiedet sich indem er den hut mit der hand zieht.
“und was ist eine gezielt verrückte aktion?”
will ich noch fragen.
aber da ist er schon im menschengewühl verschwunden.

geburtstagsfeiern

11. September 2009

duzianer meiden eigene geburtstagsfeiern.
“viel zu egobezogen in einer zeit,
die keinen mangel an egobezogenheit hat.”
sagen sie.
einladungen zu geburtstagsfeiern anderer
begegnen sie mit nachsicht,
sie folgen ihnen gerne
und feiern ausgelassen mit
soweit es der rahmen hergibt.
und sie versuchen
dem geburtstagskind zu schenken, was ihm fehlt.
meist sei es zuwendung und aufmerksamkeit,
so diagnostizieren sie.

wenn die duzianer große feste feiern wollen
mit ihrem erweiterten freundeskreis,
wählen sie andere anlässe als den geburtstag.
zum beispiel:
den jahrestag des umzugs in eine neue stadt.
die 10 jährige wiederkehr des einzugs in ein haus.
hochzeitstage, auch nach 5 jahren schon.
sie wählen also eher lebensgeschichtliche daten.
vor allem aber freiern sie ihre speziellen sommerfeste.
doch dazu an anderer stelle mehr.

hundesprache

11. August 2009

die duzianer haben sich jetzt
auf eine gemeinsame hundesprache geeinigt.
das beschlussprotokoll liegt mir vor.

dabei geht es zunächst um den deutschsprachigen raum.
als zwischenlösung.
gearbeitet wird an einer internationalen hundesprache,
die in zukunft sicher stellen soll, dass jeder hund auf dieser erde
bestimmte grundbegriffe der kommunikation versteht.

es sei schwierig genug mit hunden zu kommunizieren,
sagen die duzianer,
da brauche es nicht auch noch verwirrung durch wörter,
die mit unterschiedlicher bedeutung von
den jeweiligen hundebesitzern benutzt werden.

als beispiel für doppeldeutigkeit wird insbesondere
auf den schlüsselbegriff “aus” hingewiesen.
“aus” wird von den hundebesitzern zum teil benutzt,
um dem tier zu sagen, es solle aufhören mit dem was es tut,
z.b. menschen anbellen,
oder es wird auch mit der bedeutung verwendet,
das tier soll hergeben, was es im maul hat.
andere sagen da “gib´s her!”
und “nein” sagen sie,
um ein unerwünschtes verhalten zu unterbrechen.
das papier bringt noch eine reihe weitere beispiele.

die duzianer haben nun, um ordnung zu schaffen,
alle verhaltensanweisungen für hunde
sprachlich und von der bedeutung her fixiert.

insbesondere dem hunde-laien sollen damit
für die zufällige begegnung mit dem hund
einige wenige grundbegriffe an die hand gegeben werden,
die jeder erzogene hund versteht.
hier nun einen auszug der vielleicht wichtigsten begriffe
aus der derzeit 154 wörter umfassenden liste.

der musterhund heißt charly

“nein!”
charly soll aufhören mit dem, was er gerade tut.
missbilligung des aktuellen verhaltens.
“weg da.”
der hund soll einem aus dem weg gehen.
“gut!”
belobigung
“guter charly!”
starke belobigung
oft von streicheln begleitet
wiederholt gesprochen,
“aus!”
charly soll das, was er im maul hält, hergeben,
die zähne auseinander nehmen.
“nase weg !”
charly soll seine nase nicht in dinge stecken,
die ihn nichts angehen.
“sitz!”
charly soll sich mit dem hinterteil auf den boden setzen.
“platz!”
charly soll sich auf den boden legen.
“und bleib!” (“platz und bleib.” “sitz und bleib.”)
charly soll an dem ort bleiben, an dem er gerade ist.
“jetzt”
löst den befehl “und bleib” auf
“steh!”
charly soll an dem ort stehen bleiben, wo er gerade steht.
“komm her!”
charly soll zu einem kommen
“bei fuß.”
charly soll im schritt mit einem übergehen,
ohne an der leine zu ziehen.
“bring mir den schuh, ball, ast … “
charly soll den genannten gegenstand zu einem bringen
“hopp”
auf die hinterbeine stellen.
“roll over.”
charly soll sich (nach dem kommando “platz”)
um sich selber drehen, eine rolle machen.
“raus! “
mit hand und zeigefinger die richtung weisend.
charly soll den raum verlassen
“vorsicht !”
warnung, wenn etwas gefährlich ist.

soweit der auszug aus der liste.
die duzianer empfehlen,
in einem freundlichen ton mit den hunden zu reden.